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Dr. Euchar Albrecht Schmid

Der junge Jurist Dr. Euchar Albrecht Schmid (1884-1951) gehörte zu jenen Leuten, die die Sache „Karl May“ zu der ihrigen machten und sich in der Öffentlichkeit für den Vielgeschmähten vehement einsetzten. Kontakte mit dem Autor folgten, zuerst briefliche, dann persönliche. Ein längerer Besuch im Sommer 1910 in Radebeul, also zwei Jahre vor Mays Tod, veranlasste ein Jahr später den Gegenbesuch des Ehepaares May in Stuttgart. Im Rahmen ausführlicher Gespräche über Mays Werk äußerte der Schriftsteller spontan den Wunsch, der später, ohne dass Dr. Schmid es damals ahnen konnte, tatsächlich in Erfüllung ging: „Sie sollten mein Verleger werden!“



Karl May
In jenem Jahr schlug sich die Hetze, die Karl May der Vernichtung preisgeben wollte, bereits deutlich in sinkenden Verkaufsziffern nieder; so sah er in einem Verlagswechsel möglicherweise seine letzte Hoffnung, die rasante Talfahrt zu stoppen – 1910 wurden noch 77.000 Bände seiner Werke neu gedruckt, 1911 sank die Zahl auf 36.000, 1912 auf 19.000 und 1913, ein Jahr nach Mays Tod, waren es nur noch 14.000 Bände.

Karl May konnte die entscheidenden Schritte, die ihn später zum meistgelesenen deutschen Autor machen sollten, nicht mehr miterleben. Sein Verleger, Friedrich Ernst Fehsenfeld, hatte ihm seit 1892 durch die Idee der Gesammelten Reiseerzählungen, vor allem aber durch die einheitliche Ausstattung der zum Begriff gewordenen grünen Bände - die noch heute fast hundert Jahre später unverändert geblieben ist - zu einem überwältigenden Erfolg verholfen. Nun fand er jedoch keine geeigneten Mittel mehr, Mays verloren gegangene Popularität wieder neu zu beleben, und bemühte sich daher um den Verkauf der Verlagsrechte und Herstellungsunterlagen an eine andere Firma.

Kurze Zeit nach dem Ableben ihres Mannes erinnerte sich die Witwe Klara May an den Wunsch ihres Gatten, den er gegenüber Dr. Euchar Schmid 1911 geäußert hatte, und setzte sich zur Erörterung der Frage, ob und in welcher Form er sich der Werke ihres Mannes annehmen könnte, mit ihm in Verbindung.

Am 1. Juli 1913 wurde der Verlag unter der Firmierung „Verlag der Karl May-Stiftung“ in Radebeul gegründet. Wenig später wurde der Name in „Karl-May-Verlag Fehsenfeld & Co.“ umgeändert. Gesellschafter der OHG waren Mays bisheriger Verleger Fehsenfeld, der die Buchbestände und die Produktionsmittel in das neue Unternehmen einbrachte, Klara May, die Inhaberin der Rechte an Mays Werken, und Dr. Euchar Schmid als alleiniger Geschäftsführer des Verlages.



Erstverleger
Friedrich Ernst Fehsenfeld
In das Jahr 1913 fällt auch die Errichtung der von Karl May letztwillig verfügten Stiftung zur Unterstützung in Not geratener Schriftsteller, Journalisten und Redakteure und die Förderung mittelloser Talente. Karl May hatte bereits zu seinen Lebzeiten seine zweite Frau als Universalerbin seines gesamten Nachlasses eingesetzt. Nach dem Tod seiner Frau sollte dieser dann der Stiftung zufallen. Klara May beschloss, diesem Plan vorzugreifen und die Stiftung bereits zu ihren Lebzeiten zu gründen.

Sofort nach Verlagsgründung ergriff Dr. Schmid die notwendigen Maßnahmen, um die geplante Erweiterung der Gesammelten Reiseerzählungen zu Gesammelten Werken in die Wege zu leiten. Der wichtigste Schritt war der Erwerb aller verstreut liegenden Rechte an den Werken Karl Mays. Die von May geplante, aber durch seinen Tod vereitelte Neugestaltung der Münchmeyer-Romane stellte dabei die schwierigste Herausforderung dar. Bereits in einem Brief vom 19. Februar 1906 hatte Karl May diesbezüglich an F. E. Fehsenfeld geschrieben: „Ich habe seinerzeit und wiederholt gesagt, daß diese Romane mir gehören, daß ich sie Münchmeyer nicht für immer gegeben habe, sondern daß sie für meine ,Gesammelten Werke‘ bestimmt sind und daß Sie es also sind, der sie bekommen wird.“ Er selber konnte diese Pläne leider nicht mehr verwirklichen.



Klara May
Als Erbin der Urheber- und Urheberpersönlichkeitsrechte hielt Frau May am 21. August 1930 vertraglich Folgendes fest: „Ich erkläre mich ausdrücklich damit einverstanden, daß der Mitinhaber und verantwortliche Geschäftsführer Dr. jur. Euchar Albrecht Schmid, unterstützt von den Mitarbeitern seiner Wahl, an den Werken meines verstorbenen Mannes, des Schriftstellers Karl May, alle nötigen Verbesserungen und Überfeilungen bewirkt. Die von Dr. Schmid und seinen Mitarbeitern vorgenommenen Bearbeitungen, die Karl May selber nicht mehr vornehmen konnte, haben als einzig giltige und rechtmäßige Ausgabe letzter Hand, als editio ne varietur zu gelten.“



Erstausgabe von Band 51
Aber nicht nur die Kolportageromane verlangten nach einfühlender Bearbeitung, sondern beispielsweise auch die sechs Jugenderzählungen, die zuerst im Stuttgarter Union-Verlag erschienen waren. In diesem Falle wurden vor allem die seinerzeit oft kritisierten überlangen Dialoge und allzu ausgedehnten Dialektproben eingekürzt, zumal die Texte zu umfangreich waren für die einheitliche Gestalt der Gesammelten Werke. Schließlich wurden auch im Gesamtwerk viele logische und sachliche Fehler bereinigt, die May bei seiner Arbeit hin und wieder unterlaufen waren.



Erstausgabe von Band 34, der Grundstein der Karl-May-Forschung
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte durch Papiermangel zu Lieferschwierigkeiten. Die Anfeindungen gegen Karl May durch Ferdinand Avenarius konterte man durch die im Karl-May-Verlag 1918/19 erschienenen Streit-Schriften Eine Lanze für Karl May von Dr. E. A. Schmid und Gerechtigkeit für Karl May von Ludwig Gurlitt.


1916 gab Dr. Schmid den Band 34 Ich, einen wichtigen Grundstein zur Karl-May-Forschung heraus. Die darin enthaltene Autobiografie Mein Leben und Streben wurde behutsam bearbeitet, um das Wiederaufleben alter Streitigkeiten zu vermeiden, nachdem es Dr. Schmid eben erst gelungen war, Mays Prozesse (vor allem die Auseinandersetzungen mit dem Münchmeyer-Verlag) zu beenden. 1914 bis 1917 wurden als Bände 35 bis 41 jene Bücher angegliedert, die Karl May ausdrücklich für die Jugend bestimmt hatte und die zuvor im Union Verlag erschienen waren. Diese Bände bedeuteten für den Verleger in den ersten Jahren eine starke Belastung, da er für den Rückkauf der Rechte fünfundvierzigtausend Mark zu bezahlen hatte, eine Summe, die ihm Klara May lieh. Die hohen Auflagenziffern der Jugenderzählungen bestätigten die Richtigkeit der Verhaltensweise des Verlegers. Band 36 Der Schatz im Silbersee und Winnetou I wurden zu den meistgelesenen Grünen Bänden überhaupt.



Der Bestseller Winnetou I
mit bisher über 4 Millionen Lesern.

1920 übernahm der Karl-May-Verlag die Herausgabe des seit 1918 bei Schottlaender in Breslau erschienenen Karl-May-Jahrbuchs, womit er sich ein Forum zur Rehabilitierung von May schuf und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit festigte. Die Jahrbücher können als Markstein für den Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Karl Mays Werken bezeichnet werden.

Bis 1920 hatte Karl May wieder eine große Lesergemeinde gewonnen, er war sogar populärer als je zuvor. 1921 schied Fehsenfeld gemäß Gesellschaftsvertrag von 1913 aus dem Karl-May-Verlag aus. Seine Vorstellungen über die weitere Arbeit für das Werk Karl Mays formulierte der Verleger Dr. E. A. Schmid 1921 im vierten Karl-May-Jahrbuch in einem Fünf-Punkte-Programm. Punkt 2 heißt: „Die Angliederung des
umfangreichen Nachlasses Karl Mays an die Gesammelten Werke.“ Drei solcher Nachlassbände (Bde. 42-44, die Erzählungen über den Alten Dessauer und Erzgebirgische Dorfgeschichten) erschienen bereits 1921. Die Texte aus vielen längst verschwundenen Zeitschriften zusammenzutragen, so weit in Mays Nachlass nicht noch Belegexemplare vorhanden waren, bereitete viel Mühe.



Katharina Schmid
Am 2. Mai 1921 heiratete Dr. Schmid seine Mitarbeiterin Katharina Barthel. Sie stand ihrem fast blinden Mann bis zu seinem Tode treu zur Seite und half, die zahlreichen Aufgaben, die sich für den Verlag stellten, erfolgreich zu Ende zu bringen. Der Ehe entstammen die Söhne Joachim (1921-2003), Wolfgang (1924-1945), Lothar (*1928), und Roland (1930-1990). Heutige Karl-May-Verleger sind Lothar und sein Sohn Bernhard (*1962) Schmid.

In den zwanziger Jahren zeigten die Verkaufszahlen trotz Inflation und Wirtschaftskrise eine steigende Tendenz. Der weitere Ausbau der Gesammelten Werke wurde zügig fortgesetzt. 1923 erschien im Anschluss an Karl Mays Am Jenseits von dem Mitarbeiter des Karl-May-Verlags Franz Kandolf (1886-1949) das im Geiste Mays verfasste Werk In Mekka. Auch für die Neubearbeitung der Kolportageromane leistete Kandolf wichtige Dienste.

Verlagshaus in Radebeul

1924/25 schien die Zeit reif zu
sein, die Angliederung an die Gesammelten Werke nach Entfernung der von May monierten ominösen „Zusätze“ vorzunehmen. Als Erstes wurde die Neufassung des Waldröschen (Bde. 51-55) vorgenommen, 1930 Die Liebe des Ulanen (Bde. 56-59), 1931 und 1933/34 Deutsche Herzen, deutsche Helden (Bde. 60-63), 1935 und 1939 Teil- und Haupthandlung aus Der verlorene Sohn (Bde. 64 und 65). Neben den Geographischen Predigten konnten 1926 die umfangreichen Romane Zepter und Hammer und Die Juweleninsel als Bde. 45 und 46 herausgebracht werden.

Durch das geschickte Taktieren und das diplomatische Verhalten von Dr. Schmid gelang es, die Verlagsarbeit im Dritten Reich nahezu unbehelligt fortzusetzen. Bereits 1933 stellte Dr. Schmid das Erscheinen der Karl-May-Jahrbücher ein, da bei der sich abzeichnenden Einflussnahme der Herrschenden auf das Schrifttum die Unabhängigkeit dieses Karl-May-Forums nicht mehr gewährleistet war.

Am 31. Dezember 1944 starb Karl Mays zweite Frau Klara. Sie vermachte ihren persönlichen Grundbesitz der Karl-May-Stiftung, die jetzt auch Teilhaberin am Verlag war.

Gegen Ende des Krieges wurde das Radebeuler Unternehmen schwer getroffen. Bereits 1943 waren bei Bombenangriffen auf Leipzig, wo die Karl-May-Bände hergestellt wurden, das Lager erheblich geschädigt worden. Am 13./14. Februar 1945 ging die Stadt Dresden im Bombenhagel unter. Dabei wurden auch fast alle restlichen Buchbestände und Druckunterlagen des Verlages vernichtet. Bei der Besetzung des Landes nach der Kapitulation durch russische Truppen gingen in Radebeul viele wichtige Archivunterlagen und andere, die Karl-May-Forschung betreffende Materialien verloren.

Eine Wiederaufnahme der Produktion in der sowjetischen Besatzungszone erwies sich als unmöglich. Karl May war zur unerwünschten Person geworden, und alle Anstrengungen des Verlages, eine Druckerlaubnis zu erhalten, waren vergeblich, obwohl die Bevölkerung geradezu stürmisch nach der Neuauflage der Werke von Karl May verlangte. 1947 leitete man erste Schritte ein, um eine Neubelebung in den Westsektoren zu ermöglichen. Joachim Schmid, bereits 1945 nach Abschluss einer Lehre als Buchhändler Gesellschafter im Karl-May-Verlag, übersiedelte nach Bamberg, wo sein Vater Kindheit und Jugendzeit verbracht hatte, und gründete am 1. Juli 1947 eine Vertretung des Unternehmens. Dem Globus Verlag in Hamburg wurde von Bamberg aus eine Lizenz zum Druck der ersten May-Ausgaben nach dem Krieg erteilt. 1948 vergab Joachim Schmid an den St. Otto-Verlag, später die Bayerische Verlagsanstalt, Bamberg, die Keysersche Verlagsbuchhandlung, Heidelberg, sowie den Verlag Carl Ueberreuter, Wien, die Rechte, unter dem Reihentitel Karl-May-Bücherei die beliebtesten Karl-May-Bände im grünen Gewand der Originalausgabe wieder zu veröffentlichen. Da auch noch im Jahre 1950 die Radebeuler Firma weder ihren Sitz nach Westdeutschland verlegen noch dort eine Filiale eröffnen konnte, wurde am 1. Januar der Verlag Joachim Schmid gegründet, der die Urheber- und Verlagsrechte an den Werken Karl Mays übertragen bekam.



Joachim Schmid war zuständig für die kaufmännischen Belange im Verlag.
Am 15. Juli 1951 starb im Alter von siebenundsechzig Jahren Dr. Euchar Albrecht Schmid in Bad Liebenstein/Thüringen an den Folgen eines Unfalls.

Als sich im Osten Deutschlands auf längere Sicht keine Änderung der Lage zeigte, gründeten die Söhne Dr. Schmids am 1. Januar 1952 in Bamberg den USTAD-Verlag, der nun für den deutschsprachigen Raum an die Stelle des Radebeuler Unternehmens trat und Herstellung und Vertrieb der Gesammelten Werke übernahm, wobei auch die auf dem Markt noch fehlenden Bände wieder neu veröffentlicht wurden.


1959 übersiedelte Katharina Schmid, die Witwe des Verlagsgründers Dr. E. A. Schmid, ebenfalls nach Bamberg. 1958 bis 1960 erschienen unter der Herausgeberschaft von Roland Schmid die bearbeitete Neuauflage des letzten Kolportageromans Mays Der Weg zum Glück (Bde. 66-68), die Neugestaltung eines im Mittelalter angesiedelten Romanfragments Ritter und Rebellen (Bd. 69) und die Maysche Bearbeitung von Gabriel Ferrys Roman Der Waldläufer (Bd. 70).



Roland Schmid verwaltete die Bereiche Literatur, Herstellung und Karl-May-Forschung.

Da an eine Fortführung der Verlagsarbeit unter den politischen Verhältnissen der DDR in Radebeul nicht zu denken war, erfolgte 1960 die Umsiedlung des Unternehmens in die Bundesrepublik Deutschland, also nach Bamberg, das nunmehr nach Verschmelzung mit der Schwesterfirma USTAD-Verlag als „Karl-May-Verlag Joachim Schmid & Co.“ firmierte. Vom USTAD-Verlag übernahm man Buchbestände, Herstellungsunterlagen und alle Karl May betreffenden Verlagsgeschäfte.
Im April 1959 hatten die schwierigen Verhandlungen mit der Karl-May-Stiftung begonnen. Sie endeten damit, dass diese mit ihrem Millionenvermögen aus dem Verlagsunternehmen ausschied und in Dresden verblieb. Nach Abfindung der Stiftung erwarb die Familie Schmid zudem das Inventar der „Villa Shatterhand“, insbesondere die wertvolle Bibliothek und das Arbeitszimmer Mays. Beides bildete später den Grundstock für das Bamberger Karl-May-Museum und wurde 1994 nach Radebeul rückgeführt. Ab 1960 brachte der Wiener Verlag Carl Ueberreuter eine lizenzierte Taschenbuch-Reihe heraus. Für die Warenhäuser gab es eine Ausgabe des TOSA-Verlags. In den sechziger Jahren erhielt die May-Forschung durch die Beiträge namhafter Karl-May-Experten (Heinz Stolte, Otto Forst-Battaglia, Hans-Otto Hatzig und Fritz Maschke) neue Impulse. Am 29. Dezember 1974 starb in Bamberg Katharina Schmid, die Witwe des Verlagsgründers Dr. E. A. Schmid.



Lothar Schmid war über 50 Jahre Karl-May-Verleger. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen vor allem in den Bereichen Verlagsrecht und Auslieferung.
In den siebziger und achtziger Jahren dominierten bei den literarischen Veröffentlichungen die Reprint-Editionen. Nach den Jugenderzählungen aus dem Union Verlag und verschiedenen Einzelbänden erschienen zwischen 1982 und 1984 in drei Gruppen mit 33 Bänden die hochgelobte Freiburger Erstausgabe mit Nachworten und Anhängen. 1992 folgte noch eine Ausstattungsvariante mit Sascha-Schneider-Titelbildern. Im Jahre 1982 wurden drei Bände Prozessschriften herausgegeben, wobei es sich hier um Erstveröffentlichungen aus dem Nachlass handelt (1. Frau Pollmer, eine psychologische Studie; 2. Ein Schundverlag und seine Helfershelfer; 3. Strafkammer des königl. Landgerichtes III).

Am 4. Januar 1990 verstarb überraschend Roland Schmid. Nach dem Ausscheiden von Joachim Schmid (gestorben am 10. Januar 2003) und der Erbengemeinschaft von Roland Schmid tritt Bernhard Schmid 1993 in den Verlag ein. Ab diesem Zeitpunkt erscheint unter der Herausgeberschaft von Lothar und Bernhard Schmid fast jedes Jahr ein weiteres Buch der Gesammelten Werke. Die Bände 75 - 78 umfassen „Restbestände“ bisher gestrichener Teile der Kolportageromane. Band 79 Old Shatterhand in der Heimat bringt Fragmente und kleinere Erzählungen, wobei den Hauptteil das letzte größere, noch unveröffentlichte Manuskript aus Mays Nachlass In der Heimath (ein gestrichenes Kapitel aus Krüger Bei) ausmacht. Auf der See gefangen, Band 80, enthält u. a. Frühfassungen bekannter Wild-West-Erzählungen. Über Mays Weltreisen berichten die Karl-May-Experten Ekkehard Bartsch, Dr. Dieter Sudhoff und Dr. Hans Wollschläger in Band 82 In fernen Zonen. In dem 2001 erschienenen Band 83 Am Marterpfahl. Karl Mays Leidensweg finden sich die Streitschriften aus Mays Prozessjahren im Neusatz und kommentiert.



Die heutigen Gesellschafter des Karl-May-Verlags Lothar und Bernhard Schmid
2003 folgte Band 84 Der Bowie-Pater, der Fragmente und Vorstufen berühmter Erzählungen enthält, wobei die Titelgeschichte ein unvollständig gebliebenes Kapitel aus dem Roman Die Juweleninsel (Band 46 der Gesammelten Werke) ist. Band 85 Von Ehefrauen und Ehrenmännern brachte 2004 einen der ungewöhnlichsten und zugleich menschlich bewegendsten Texte Mays: "Frau Pollmer, eine psychologische Studie". Hier gibt der Autor Rechenschaft über seine erste Ehe und deren Scheitern und schließt manche Lücke in seiner offiziellen Autobiografie. Band 86 Meine dankbaren Leser von 2005 enthält Mays Verteidigungsschrift und Selbstdarstellung "Karl May als Erzieher und Die Wahrheit über Karl May"; daneben werden zahlreiche Leserbriefe aus Karl Mays Nachlass hier erstmals vollständig wiedergegeben und dokumentiert. In Band 87 Das Buch der Liebe, erschienen 2006, befasst sich May aus kulturgeschichtlicher, philosophischer und religiöser Sicht mit dem Begriff der "Liebe" und seinen vielfältigen Bedeutungen. Band 91 eröffnete 2007 die Erweiterung der Gesammelten Werke um Briefbände. Dieser Band ist wie die 2008 folgende Nummer 92 dem Briefwechsel mit Friedrich Ernst Fehsenfeld gewidmet.

Ab 1997 firmierte der Verlag unter "Karl-May-Verlag Lothar Schmid GmbH", seit 2007 unter "Karl-May-Verlag GmbH" und ergänzte sein Verlagsprogramm um Großbände im quadratischen Format: den Karl-May-Atlas von Hans-Henning Gerlach, das Karl-May-Filmbuch und die Karl-May-Stars von Michael Petzel, Karl May und die Musik von Hartmut Kühne und Christoph F. Lorenz, Auf Winnetous Spuren von Thomas Jeier, Karl May am Kalkberg von Reinhard Marheinecke und Nicolas Finke, die Karl-May-Bibliografie 1913-1945 und Traumwelten I-III von Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz, Auf Karl Mays Fährte von Reinhard F. Gusky und Willi Olbrich sowie Mit Kara Ben Nemsi durch den Orient von Karlheinz Eckardt. Zum 90-jährigen Verlagsjubiläum präsentierte die Schauspielerin Marie Versini in ihrer Autobiografie Ich war Winnetous Schwester Bilder und Geschichten aus ihrer Karriere. Als Größter unter den Großbänden erscheint Oktober 2007 die Bild-Biografie Karl May und seine Zeit von Gerhard Klußmeier und Hainer Plaul mit 592 farbigen Seiten im DIN A 4-Format.


Dazu kommen die Sonderbände Mein Hengst Rih, Karl May auf sächsischen Pfaden, Zwischen Himmel und Hölle. Karl May und die Religion, die Karl-May-Biografie Winnetous Blutsbruder von Christian Heermann, Der geschliffene Diamant. Die Gesammelten Werke Karl Mays, Durchs wilde Lukullistan, Die blaue Schlange, Die Schatten des Schah-in-Schah von Heinz Grill, Im Reiche des roten Adlers. Karl May und Tirol, An der Quelle des Löwen und andere Jagdgeschichten sowie die über 3.000 Seiten starke, fünfbändige Karl-May-Chronik von Dieter Sudhoff und Hans-Dieter Steinmetz.

Michael Bully Herbigs Comedy-Buch Der Schuh des Manitu, das Buch zu dem gleichnamigen ungewöhnlich erfolgreichen Kinofilm, erschien 2001 im Karl-May-Verlag.


Eine neue junge Zielgruppe wurde mit WinneToons, dem Buch zur erfolgreichen Zeichentrickserie aus dem Tigerenten Club der ARD erschlossen. 2007 kommt der große Zeichentrickfilm WinneToons - Die Legende vom Schatz im Silbersee in die Kinos und natürlich gibt es im Karl-May-Verlag auch hierzu das bunt bebilderte Buch. Die Spiel- und Bastelbücher Winnetous Welt richten sich ebenfalls an die jüngsten Leser. Den etwas älteren bietet die Reihe "Abenteuer Winnetou" eine Auswahl von Karl Mays besten und berühmtesten Wildwest-Geschichten in attraktivem jugendlichen Design.


In Zusammenarbeit mit TS Music Salzburg kommen die Gesammelten Werke jetzt auch als eine neue Reihe von Hörbüchern im MP3-Format, gelesen u. a. von dem bekannten und beliebten Schauspieler und Karl-May-Fan Peter Sodann.


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