Im Blickfeld der Öffentlichkeit
Stimmen zu Karl May


Oleg Konstantinowitsch Antonow 1906 - 1984, sowjetischer Flugzeug-Konstrukteur
Die Bücher Karl Mays sind für die heranwachsende Generation wirklich ein Schatz und eine Hilfe in der Erziehung und Festigung der besten Charaktereigenschaften, die für unsere Menschheit so nötig sind.
Otto C. Artbauer 1878 - 1916, Schriftsteller und Orientreisender
Ja, genau so ist die Welt Mohammeds. Genauso wie Karl May sie schildert.
Egon Bahr, geb. 1922, Journalist und Politiker
Heute weiß ich, dass es ein Ergebnis der Zeitumstände war, wenn ich meine Vorbilder, wechselnd in den Jahren, in Winnetou und Mozart sah.
Peter Bamm 1897 - 1975, Schriftsteller
Selbstverständlich, lieber Freund, können und sollen Sie Karl May lesen, soviel es Ihnen Spaß macht. Auf alle Fälle haben Sie dabei auf Ihrer Seite Carl Zuckmayer und Ihren - Peter Bamm.
Frantisek Behounek 1898 - 1973, tschechischer Radiologe
Es ist wirklich sehr schwer, für eine gewisse Entwicklungsstufe des Knaben einen besseren Lesestoff zu finden als Karl May. Ich jedenfalls betrachte die Schriften Karl Mays stets noch als die besten für die Jugend, dabei sind sie auch gleichzeitig ein fesselnder Lesestoff für die Erwachsenen jeden Alters.
Werner Bergengruen 1892 - 1964, Schriftsteller
Karl May ist naiv zu genießen oder von einem höheren Punkte aus. Seine Gegner sind Leute, welche die Naivität verloren, jenen höheren Punkt aber nicht einzunehmen gewußt haben. Bei seinem Freunde, der ihn vom höheren Punkte aus liest, stellt sich plötzlich, ohne diesen höheren Punkt zu gefährden, eine neue Naivität ein, und die Vereinigung dieser beiden Momente macht die Beglückung des Lesers aus. Mit meinem dreizehnten Jahr hörte ich auf, Karl May zu lesen. Das war in Ordnung. Ende der Vierzig begann ich von neuem, und wenn nun meine Kinder einen neuen Band ins Haus brachten, riß ich ihn ihnen aus der Hand. Das war ebenfalls in Ordnung.
Ernst Bloch 1885 - 1977, Philosoph
"Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen ... Karl May ist aus dem Geschlecht von Wilhelm Hauff; nur mit mehr Handlung, er schreibt keine blumigen Träume, sondern Wildträume, gleichsam reißende Märchen."
"Es gibt nur Karl May und Hegel, alles dazwischen ist eine unreine Mischung."
Norbert Blüm, geb. 1935, Minister a. D.
Karl May hat mit Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi Figuren geschaffen, mit denen sich jugendliche und erwachsene Leser noch identifizieren werden, wenn längst vergessen ist, wer "Rambo" oder "Der Terminator" sind. Die Wirkung von Karl Mays Figuren beruht darauf, daß sie unsere Phantasie anregen. Sie treffen unsere Sehnsucht nach exotischer Ferne und einer besseren Welt. Selbst wenn sie ins Mythische und Surreale gleiten, behalten sie ein menschliches Maß und sind damit den Kultfiguren des Action-Kinos haushoch überlegen.
Viktor Böhm, Professor für Pädagogik
Aus dieser Spannung zwischen Wunsch, Traum und Wirklichkeit leben die Bücher, leben die Gestalten Mayscher Phantasie und werden so lange leben, bis andere Zeiten mit anderen Menschen kommen, deren Sinn dieser Phantasiewelt entfremdet ist.
Heinrich Böll 1917 - 1985, Schriftsteller
Ich glaube, daß jeder, der anfängt zu schreiben, von jedem Buch beeinflußt wird, das er vorher mit Leidenschaft gelesen hat und, während er seine ersten oder letzten Versuche macht, noch liest. Das würde bedeuten, beeinflußt von Karl May bis Marcel Proust, von sehr unterschiedlichen und gegensätzlichen Autoren.
Randolph Braumann, geb. 1934, Redakteur, Herausgeber
Aber kommen wir doch noch einmal auf den Vorwurf zurück, Karl May habe "das ja alles nicht selbst erlebt". Ich bin der Meinung, daß gerade diese Tatsache als eine in ihrer Art genialische Leistung schöpferischer Phantasie zu deuten ist. Der Autor Karl May hat mit seinen Reiseromanen ein ganz eigenes, vorher kaum aufgetretenes Genre der Literatur erfunden, eine höchst originale Leistung, wie man anerkennen muß. Ein Genre, von dem man sagen könnte, es sei gedichtete, d. h. in epische Kunstform transponierte Geographie.
Bertolt Brecht (Eugen Bertolt) 1898 - 1956, Schriftsteller
"Eugen war ein begeisterter Karl-May-Leser. 1909 hielt in Augsburg Karl May einen Lesevortrag. Ich weiß noch, daß sich Brecht für diese Veranstaltung sehr interessierte. Brecht beschäftigte sich viel früher mit Literatur als wir. Als er längst alle Karl-May-Bände durchgelesen hatte, begannen auch wir damit."
(In: "Brecht in Augsburg - Erinnerungen, Texte, Fotos." Von W. Frisch und K. W. Oberbeier.)
Hermann Broch 1886-1951, Schriftsteller
Im Bett zu liegen, krank zu sein, nicht in die Schule zu gehen und Karl May lesen zu dürfen, hat ja stets seine trostreichen Reize in diesem Leben gehabt. Ich bin selten seit Winnetous Tagen und Old Shatterhands und Old Surehands Tagen so gefesselt und beglückt gewesen.
Günter de Bruyn, geb. 1926, Schriftsteller
An Karl May habe ich lesen gelernt, im schulmäßigen und im literarischen Sinn. Die ersten Seiten im "Winnetou" waren die ersten Buchseiten überhaupt, die ich allein las. Mit vielen Fremdwörtern, fremden Namen und Begriffen war das der richtige Stoff für Lernanfänger nicht, aber literarisch war May eine gute Schule, weil er es einem schwer machte: der Mann hat schließlich nie an Kinderleser gedacht beim Schreiben. Bei ihm lernte man, daß lesen nicht so einfach ist wie Kuchenessen (oder Fernsehen), und daß Vergnügen sich dabei oft erst einstellt nach intensiver Bemühung.
Dr. Otto Buchinger 1878 - 1966, Badearzt und Arzt für Naturheilverfahren und Homöopathie
Sein reines und apologetisches Christsein stellt ihn gerade heute an die Spitze sämtlicher Jugendschriftsteller und in manchen seiner Bücher auch an die Spitze der heutigen Schriftsteller für die Welt der Erwachsenen.
Tom Buhrow, geb. 1958, Journalist, Moderator der ARD-"Tagesthemen"
Ich habe sehr viel Winnetou gelesen und Abenteuerbücher.
Vicco von Bülow (Loriot), geb. 1923, Schauspieler, Karikaturist
Ich interessierte mich für Karl May, Puccini und Operntenöre.
Campino (i. e. Andreas Frege), geb. 1962, Sänger und Frontmann der Rockband "Die Toten Hosen"
Ich bin kein Karl May, der sich herrliche Landschaftsbeschreibungen in Amerika einfach ausgedacht hat. Ein Genie in dieser Hinsicht!
Dr. Hans Demel, Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wien
Ja, es gibt so manchen Forscher, dem erst die Lektüre von Karl Mays Orientbänden die Liebe zum Orient entflammte und ihn bewog, die Forscherlaufbahn einzuschlagen und ihn dankbar zurückdenken läßt an die Zeit seiner ersten Orientstudien in seinem geliebten Karl May.
Jutta Ditfurth, geb. 1951, Publizistin, Politikerin, Mitbegründerin und frühere Bundesvorsitzende der Grünen
Rasend gerne habe ich natütlich Karl May gelesen.
Dr. Marion Gräfin Dönhoff 1909 - 2002, Journalistin, Schriftstellerin
Verantwortung zu tragen, das wurde uns nicht gepredigt, das ergab sich einfach in der Gemeinschaft. Unsere Spielgefährten waren Dorfkinder, und es war klar, daß wir es waren, die für zerbrochene Fensterscheiben oder abhanden gekommenes Werkzeug die Schelte bekamen - dafür sorgten schon die Handwerker, die keineswegs glimpflich mit uns umgingen. Petzen, sich drücken und einwenden, das waren wir nicht, das war der und der, das wäre ganz gegen unsere an Karl May geschulten Begriffe von Edelmut und Fairneß gewesen.
Friedrich Dürrenmatt 1921 - 1990, Schriftsteller, Dramatiker
Mich haben zum Beispiel zwei Bücher sehr aufgeregt: "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne ... ein anderes Buch war "Ardistan und Dschinnistan" von Karl May mit dieser Totenstadt, also ein ähnliches Motiv. Ich frage mich überhaupt, ob nicht auch für Kafka dieses Werk von Karl May eine Bedeutung gehabt hat - man weiß da ja viel zu wenig über die Wirkung von Jugendschriften.
Günter Eich 1907 - 1972, Schriftsteller
Natürlich sollen Sie Karl May lesen - wer hätte das nicht getan?
Dr. Albert Einstein 1879 - 1955, Physiker, Philosoph
"Die meisten Reisebücher, die ich las, haben mich gelangweilt, ein Karl-May-Buch nie." "Weil ich stets gefunden habe, es sprudele in Karl Mays Schriften noch der Urquell unseres knabenhaft gebliebenen, aber durchaus gesunden Dranges nach der romantischen Ferne, nach Abenteuern und dem Verlangen zu erfahren, wie andere Völker mit dem Leben fertig werden..."
Michael Ende 1929-1995, Schriftsteller
Peter Boccarius über Michael Ende:
Als Michael nämlich eines Abends vom letzten Winnetou-Band nicht lassen wollte - (...) da wurde die Mutter vom heiligen Zorn ergriffen, und sie steckte das Buch in den Kanonenofen. (...) Als er schon berühmt war, brachte ihm eines Tages ein Verehrer, der von dieser Geschichte gehört hatte, das Buch als Geschenk ins Haus. Ende hat es ungelesen beiseite gelegt - zu spät, für ihn lebt Winnetou heute noch.
Björn Engholm, geb. 1939, Ministerpräsident a.D.
Mein Lieblingsheld war natürlich Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah. Wer so klein ist und mit soviel Größe - auch für Toleranz der Religionen - kämpft, der hat meinen vollen Respekt.
Hans Fallada 1893 - 1947, Schriftsteller
Da lag ich nun Stunden und Tage und las und las. Ich wurde es nicht müde, meinen Marryat und meinen Gerstäcker und den heimlich geliehenen Karl May zu lesen. Je untragbarer mir mein Alltagsleben erschien, umso dringlicher suchte ich Zuflucht bei den Helden meiner Abenteuerbücher ... Als ich dann ein Mann geworden war und ein bißchen Geld hatte, habe ich mir alle fünfundsechzig Bände Karl Mays auf einmal gekauft. Während ich dies schreibe, stehen sie grüngolden aufmarschiert in der Höhe meines rechten Knöchels. Ich habe sie nun alle gelesen, nicht nur einmal, sondern mehrere Male. Jetzt bin ich gesättigt von Karl May, ich werde sie kaum wiederlesen. Aber nun schlüpft mein Ältester in den Ferien hier herauf und holt sich einen Band nach dem anderen ...
Joachim C. Fest 1926 - 2006, Historiker und Publizist
Aber dann las ich den "Schatz im Silbersee" und wurde mit einemmal so süchtig, dass ich sogleich, mehr als ein Jahr lang, Winnetou" und rund zwanzig weitere Werke las.
Joschka Fischer, geb. 1948, Bundesaußenminister a. D.
Ich hab' als Junge sehr viel gelesen (...) die Dorfbibliothek leergelesen und sehr viel Karl May.
Das erste wichtige Buch für mich, das war Karl May, "Der Schut"; das hab' ich zur Ersten Kommunion bekommen und lange nicht gelesen, aber es war dann der erste Karl May und 64 weitere folgten, teilweise mit Taschenlampe unter der Bettdecke. (In der Sendung "lesen" mit Elke Heidenreich, 8.10.2003)
Otto Forst-Battaglia 1889 - 1965, Universitätsprofessor
Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, des Volkes und der Jugend Vorbild und Liebling (...) der ihn schuf, dessen Sehnsucht nach eigener und anderer Vollendung er verkörperte, der unübertroffene Volksschriftsteller Karl May.
Dr. Heiner Geissler, geb. 1930, Politiker
Karl May hat wie kaum ein anderer Schriftsteller bei Millionen Jugendlichen durch seine phantasievolle Erzählweise erste tiefe Eindrücke von Abenteuer, fremden Ländern, Menschen und Sitten hinterlassen. Ob "Von Bagdad nach Stambul" oder "Durchs wilde Kurdistan", seine Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar haben viele junge Menschen fasziniert. Karl May hat vielen jungen Menschen etwas sehr Wichtiges vermittelt: Die Neugier auf Bücher.
Max Geißler 1868 - 1945, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler
"... May war durch und durch Romantiker, und daraus erklärt sich die Begeisterung des Volkes für ihn und die Feindschaft der Weisen aus dem Morgenlande des künstlerischen Rationalismus."
"Karl May war der letzte, fruchtbarste und geschickteste Erzähler aus der Reihe, die durch den Namen Cooper am sichersten gekennzeichnet wird. Er gehört wegen seiner volksmäßigen Vorzüge in jede öffentliche Bücherei."
Hans-Dietrich Genscher, geb. 1927, Außenminister a. D.
Ich habe alle Bände von Karl May gelesen und hätte als kleiner Junge in Halle niemals erträumt, einmal selbst soviel zu reisen wie Karl May in seiner Phantasie. Mein Lieblingsheld war Old Shatterhand - wegen der durchschlagenden Wirkung.
Ralph Giordano, geb. 1923, Journalist, Schriftsteller und Regisseur
Hier hat ein in seinem Genre einzigartiger, völlig unverwechselbarer Schriftsteller gewirkt. Ohne jeden Anspruch auf prophetische Begabung kann behauptet werden: so lange Menschen lesen, werden sie auch Karl May lesen.
Wolfgang Goetz 1885 - 1955, Essayist, Bühnenschriftsteller
Die lebenslange Sehnsucht dieses Mannes nach fernen Ländern ist so übermächtig, daß sie schon Wirklichkeit wurde. Er lebt in den Savannen, in den Schluchten Kurdistans ... Hier ist das Dichterische bei May. Alles übrige ist Schriftstellerei. Aber wir können nicht anstehn, zu erklären, daß dieser Schriftsteller sein Handwerk versteht. Wie setzt dieser Mann ein. Keine halbe Seite, und wir sind mittendrin in einem Abenteuer, sind gespannt.
Thomas Gottschalk, geb. 1950, Entertainer, Showmaster
Wenn ich von nichts eine Ahnung habe, aber bei Karl May kenne ich mich aus. Professor Vitzliputzli usw.
Alfred Gusenbauer, geb. 1960, Österreichischer Bundeskanzler
Pippi Langstrumpf war in einer Phase meiner Kindheit wichtig, aber sie war natürlich nur eine Gestalt von Bedeutung. Ich wollte schon ein bisschen verwegener sein, und dafür boten für mich als Bub die Gestalten von Karl May die besseren Identifikationsmuster an.
Peter Härtling, geb. 1933, Schriftsteller Ich hörte von Karl May, bevor ich ihn las. "Durch die Wüste" war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, die erste Lese-Reise, die ich mit dem Erfinder der Kopfreise unternahm. Ihr folgten weitere.
Peter Handke geb. 1942, Schriftsteller
"Ich war sieben Jahre alt, als ich Durchs wilde Kurdistan von K. May las." "Ach, ich habe eigentlich dabei auch nur an die alten Abenteuergeschichten gedacht, an Karl May zum Beispiel."
(auf die Frage nach Anregungen zu seinem Roman "Der kurze Brief zum langen Abschied")
Hansotto Hatzig 1919 - 2001, Redakteur
"Es wäre jedoch in diesem Jahrhundert schwierig gewesen, den Deutschen etwa einen abgrundtiefen Haß gegen alles, was Indianer heißt, einzuimpfen. Für so etwas waren sie durch die "Karl-May-Romane" wirksam gefeit. Die Juden jedoch und die Slawen haben bis heute keinen Autor gefunden, der es fertiggebracht hätte, einer breiten Masse die seit Jahrhunderten aufgestaute Voreingenommenheit gegen die genannten Menschengruppen zu nehmen."
"Denn, wenn man in den vor einem halben Jahrhundert geschriebenen Werken eines Karl May das auffinden kann, was heute (1956) die Grundlage des Denkens Albert Schweitzers und derer, die ihm nachfolgen, bildet, so ergibt sich daraus für jeden Menschen umso mehr die Verpflichtung, über diese Dinge nachzudenken."
Sven Hedin 1865 - 1952, Forschungsreisender und Schriftsteller
Auch Swift, Münchhausen und Karl May sind große Schriftsteller gewesen.
Elke Heidenreich, geb. 1943, Journalistin, TV-Moderatorin und Autorin
Ich hab' auch viel und gern Karl May gelesen.
(In der Sendung "lesen", 8.10.2003)
Ich fand die (= Karl-May-Bücher) klasse. Ich habe mich selbst immer mit der Schwester von Winnetou identifiziert und mir dicke Bastzöpfe geflochten.
(In der Sendung "lesen", 7.12.2007)
Steffen Heitmann, geb. 1944, Staatsminister a. D.
Ich verdanke Karl May eine real-fiktionale Welt, die einige Jahre meiner Kindheit geprägt hat und deren Erinnerung ich voll Rührung und Dankbarkeit mit ins Grab nehmen möchte.
Peter Henisch, geb. 1943, Schriftsteller
"Zwischen meinem 7. und meinem 12. Lebensjahr war Karl May ein fast alltägliches Lesebrot."
"Was ist das: "wirklich" erleben und "wirkliche" Literatur? Grad beim Versuch, zwei scheinbar so diametrale Figuren wie May und Kafka (...) zusammenzubringen, bin ich immer wieder auf diese Frage gestoßen. (...) Aber was ich tief ernst genommen habe und was mich mit immer größerer Hochachtung für beide erfüllt hat, war die Kompromißlosigkeit, mit der sie - jeder auf seine Weise - ihr ganzes Leben aufs literarische Spiel setzten."
Michael Bully Herbig, geb. 1968, Comedystar
Karl May, die Mutter aller Blutsbrüder...
Dr. Roman Herzog, geb 1934, Alt-Bundespräsident
Karl May habe ich gerne gelesen. Und meine Lieblingsrolle wäre die von Winnetou.
Hermann Hesse 1877 - 1962, Schriftsteller
"Ein Schriftsteller, den ich bis dahin nur dem Namen nach gekannt hatte, obwohl er zu den gelesensten der Zeit gehört, wurde mir auf diesem Umweg bekannt. Er stand immer wieder auf den Wunschlisten der Gefangenen. Es ist Karl May. Ich erinnerte mich, Buben meiner Bekanntschaft hatten für ihn geschwärmt, sonst aber fiel mir nichts Rühmliches ein, das ich über ihn gewußt hätte, sondern lauter Schlimmes. Er sei ein zweifelhafter Charakter und ein skrupelloser Macher gewesen, ein richtiger, böser Bücher-Fabrikant, nichts von Ideal und heiligem Feuer dahinter. Weiß Gott woher ich das alles wußte, aber ich wußte es. Es gab Schafe, und es gab Böcke, das war nun einmal so, und dieser Herr May gehörte zu den Böcken. Jetzt, wo ich aus Neugierde endlich zwei Bücher von ihm las, war ich ganz erstaunt. Er ist nämlich kein Macher, sondern von einer verblüffend naiven Ehrlichkeit. Er ist der glänzendste Vertreter eines Typs von Dichtung, der zu den ganz ursprünglichen gehört und den man etwa ‚Dichtung als Wunscherfüllung' nennen könnte."
"(Seine Bücher) sind fantastisch, unentwegt und hanebüchen, von einer gesunden, prächtigen Struktur, etwas völlig Frisches und Naives, trotz aller flotten Technik. Wie muss er auf die Jugend gewirkt haben! Hätte er doch den Krieg noch erlebt und wäre Pazifist gewesen! Kein Sechzehnjähriger wäre mehr eingerückt." "Er vertritt einen Typus von Dichtung, der unentbehrlich und ewig ist."
Friedrich Georg Jünger 1898 - 1977, Schriftsteller
Ich entsinne mich, daß ich ihn mit zwölf Jahren las, eifrig, mit Vergnügen. Die Behauptung, daß Karl May die Jugend verderbe, ist, wie sich versteht, Unfug. Eher verdirbt die Jugend die Bücher, die sie liest.
Max Jungnickel 1890 - 1945, Schriftsteller und Pädagoge
Ich freue mich auf den Tag, wo mein Junge so weit ist, daß er Winnetou lesen kann. Nichts ist schöner, als wenn Jungenaugen begeistert strahlen. - Karl May hat das millionenmal fertiggebracht. Wer macht ihm das nach?
Curd Jürgens 1915 - 1982, Schauspieler
Welche Rolle ich jetzt am liebsten spielen würde? Karl May! Nicht etwa als Parodie. Auch nicht als blutigen Abenteuerschinken. Nein, so wie er sich selbst gewiß gesehen hat: als einen liebenswürdigen Fernsüchtigen, den ein unwiderstehlicher Trieb aus Radebeul in die Welt verschlug.
Roland Kaiser, geb. 1952, Schlagersänger
Vor allem die Abenteuerromane von Karl May habe ich verschlungen.
Walter Kempowski 1929 - 2007, Schriftsteller
Diese Erfindergabe sondergleichen, das unbegreiflich Menschliche aus dem Nichts zu schaffen, die Nuß zu öffnen und ein goldenes Spinnrad herauszuholen, die Geburt der Literatur aus der komprimierten Kraft einer Zelle, das ist etwas Urzeitliches, das mich stets gerührt hat.
Tanja Kinkel, geb. 1969 , Schriftstellerin
Da ich bereits als Sechsjährige durch Karl May nach Büchern süchtig... Mein Großvater und mein Vater hatten mir Geschichten aus Karl-May-Büchern erzählt, und so war das erste ‚richtige Buch', das ich während der Weihnachtsferien in der ersten Klasse las, Winnetou I. Intschu-tschuna und Nscho-tschi waren die ersten erfundenen Charaktere, um deren Tod ich weinte. (Wenn auch nicht so viel wie um Winnetou in Winnetou III.) Die Freundschaft zwischen Old Shatterhand und Winnetou war die erste Freundschaft zwischen zwei Charakteren, die eigentlich Feinde sein sollten, die mich begeisterte.
Egon Erwin Kisch 1885 - 1948, Journalist
Karl May war ohne Mitwirkung der Kritik, ohne Zeitungsreklame Haupt einer vieltausendköpfigen Lesegemeinde, zu ihrem Heros und zu einer populären und allgemein interessanten Persönlichkeit geworden.
Dr. Thomas Klestil 1928 - 2004, österreichischer Bundespräsident
Fremde Völker und die weite Welt haben mich fasziniert. Geld für Bücher hatten wir damals nicht, also ging ich in die Bibliothek des Salesianerklosters. Ich las alle Karl-May-Bände ...
Dr. Ekkehard Koch, geb. 1948, Geophysiker, Ministerialrat für Natur und Umweltschutz
So kann man aus "Winnetou IV" Rückschlüsse ziehen: einmal auf Mays Zeit, zum anderen auf seine subjektive Wirklichkeitsbetrachtung, und es muß zusätzlich zugegeben werden, daß May hier eine Erkenntnis einer höheren Wirklichkeit vermittelt. Er war so, als Sur-Realist, in mancher Hinsicht Vorläufer von Kafka.
Dr. Helmut Kohl, geb. 1930, Bundeskanzler a. D.
Ich las als Schüler übrigens mit wachsender Begeisterung die Abenteuer- und Reiseromane von Karl May. Die Handlungen zogen mich ebenso in den Bann wie die originellen Helden: Winnetou ist mir wohl deshalb so lebhaft in Erinnerung geblieben, weil mich seine Freundschaft mit dem weißen Jäger Old Shatterhand beeindruckte. Ähnlich verhält es sich mit Karl Mays Roman "Ardistan und Dschinnistan". "Die Erde sehnt sich nach Ruhe", heißt es da, "die Menschheit nach Frieden, und die Geschichte will nicht mehr Taten der Gewalt und des Hasses, sondern Taten der Liebe verzeichnen". Das entsprach meinen Wunschvorstellungen, mit denen ich während des Dritten Reichs und im Zweiten Weltkrieg Karl May gelesen habe.
Teddy Kollek 1911-2007, ehemaliger Bürgermeister von Jerusalem
Allerdings bin ich von jeher ein begeisterter Leser gewesen, und das Idol meiner Kindheit war Winnetou, der stoische Apachenhäuptling aus den Karl-May-Romanen.
Heinz G. Konsalik 1921 - 1999, Schriftsteller
Wie man den kleinen Sachsen aus Radebeul auch ansehen mag (es ist fast wie bei Wagner): Jedes Leben hat Sonnen- und Schattenseiten, und wenn die Sonnenseiten überwiegen, dann soll man die Schatten nicht allzu schwarz malen. Karl May hat Generationen von Jungen (und Mädchen) Spannung und Miterleben von Abenteuern gegeben, er hat auch die Erwachsenen zu fesseln vermocht, er war ein "Volksschriftsteller" und kein Literat und ist dennoch in die sogenannte Unsterblichkeit eingegangen, während viele "Literaten" vergessen sind.
Richard von Kralik Ritter von Meyrswalden 1852 - 1934, österreichischer Schriftsteller und Kulturphilosoph
"Karl May verdient es indes, in die Unsterblichkeit der Weltliteratur einzugehen und es ist im Interesse deutscher Kunst sehr zu wünschen, daß sich eine Gemeinde von Karl-May-Kennern mit diesem Problem andauernd beschäftigt ..."
"Das eine erscheint mir unbestreitbar, daß im Reigen der Reiseerzähler Karl May eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ist."
Werner von Krenski
"Ardistan und Dschinnistan" gehört in eine Reihe mit dem "Faust" und "Also sprach Zarathustra": Werke, die man nicht l e s e n darf, sondern e r l e b e n muß.
Manfred Krug, geb. 1937, Schauspieler
Karl May hat meine Kindheit versüßt, neben meiner Oma. Auf den lasse ich nichts kommen.
Michael Kumpfmüller, geb. 1961, Journalist und Schriftsteller
Es folgte dann eine lange Karl-May-Phase, wobei ich lieber die arabischen Geschichten gelesen habe als jene aus dem Wilden Westen.
Ursula von der Leyen, geb. 1958, Bundesfamilienministerin
Auf die Frage in einem Interview "Haben Sie als kleines Mädchen von großen Stars geträumt?" :
Winnetou. Der war großartig.
Karl Liebknecht 1871 - 1919, Politiker
Aus einem Brief:
Besten Dank für die Übersendung der 'Lanze für Karl May'! Großartig, wie der Karl-May-Verleger mit dem 'Deutschen Willen' Ferdinand Avenarius abrechnet! Mich freut dies besonders, weil ich ja die Karl-May-Bücher seit Jahren schätze und immer wieder gern lese.
Nicolas Lindt, geb. 1954, Schriftsteller und Journalist
Als Kind war es Winnetou - jetzt ist es Karl May selbst, der mein Mitgefühl weckte; ich konnte mich immer besser in ihn hineinfühlen, und ich glaube ihn zu verstehen. Sein Appell an die Menschlichkeit ist mir vertraut, und ich weiß auch, daß er Menschlichkeit nicht nur im humanitären Sinn auffaßte, sondern im eigentlichen, tieferen Sinn des Begriffes: darin, daß der Mensch zu sich selbst findet.
Jürgen von der Lippe, geb. 1948, Entertainer, Showmaster
Winnetou ist unsterblich, und für die Fans ist die Präsenz von Karl May immer gegeben.
Erich Loest, geb. 1926, Schriftsteller
Solch ein Naturtalent wird nur alle hundert Jahre geboren.
Heinrich Mann 1871 - 1949, Schriftsteller
Ich höre, daß Karl May der Öffentlichkeit so lange als guter Schriftsteller galt, bis irgendwelche Missetaten aus seiner Jugend bekannt wurden. Angenommen aber, er hat sie begangen, beweist mir das nichts gegen ihn, vielleicht sogar manches für ihn. (...) Jetzt vermute ich in ihm einen Dichter!
Thomas Mann 1875 - 1955, Schriftsteller
Danach zu urteilen, was über ihn in den Zeitungen stand, muß er ein gar nicht uninteressanter Charlatan sein, den aufs Podium zu bringen am Ende kein so übler Gedanke von Ihnen war. Soll er nicht Räuberhauptmann gewesen sein? Ich glaube, ich würde mir ein Billet kaufen.
Sandor (Alexander) Marai 1900 - 1989, Erzähler (der "ungarische Thomas Mann")
Er wurde beschimpft, daß er weder im Westen noch im Osten gewesen ist, und daß alles, was er in der ersten Person Einzahl geschrieben hat, aus seinen Fingern gesogen war. Kann man ein besseres Lob für einen Autor finden? Die hohe Literatur wendet sich vom Abenteuerschreiber ab, für den im Leben nicht die Reise, nicht die Haft und nicht die Rothäute, sondern das Schreiben das echte Abenteuer war ...
Frederic Morton, geb. 1924, Schriftsteller
Noch heute, abgebrühter und zynischer Flüchtling, der ich bin, schlage ich mit Freuden einen May-Band auf und verfolge, wie Old Shatterhand die falsche Spur legt, an der der mordlustige Goldsucher scheitert. Ich bin in den Händen eines Meisters seines Faches. Er wird mich nicht bereichern durch tiefschürfende Erkenntnisse, aber durch ein paar heilkräftige packende Szenen beglücken. Ein paar jungenhafte Minuten lang glaube ich wieder daran, daß das Leben kein Trauerspiel ist, sondern ein Abenteuer.
Erich Mühsam 1878-1934, Schriftsteller
Ich will eine Kanaille heißen, wenn ich je leugnen sollte, daß mich, als ich Quartaner war, "Winnetou", "Die Sklavenkarawane" und "Der blaurote Methusalem" verdammt mehr begeistert haben, als alle Heldenstudien des Cornelius Nepos zusammengenommen. Wenn es wahr ist, daß Karl May als junger Mensch Räuberbanden organisiert hat, so beweist das gar nichts gegen seine schriftstellerischen Fähigkeiten, erklärt aber viel von seiner phantastischen Erfindungskunst und erweist all sein in den Büchern behauptetes Erleben als innerlich wahr. Sein Abenteurertum - meinetwegen nennts seinen verbrecherischen Instinkt - hat sich eben in späteren Jahren vergeistigt, sein Tatendrang hat sich in Phantasie umgesetzt, und wir Jungen hatten den Vorteil froher Erregungen und kühner Vorstellungsbilder davon, die unsere besten Pädagogen mit der Durchkäuung klassischer Dramen nur unter Schweißverlust wieder eliminieren konnten.
Robert Müller 1887 - 1924, Schriftsteller
Weisheit ist nie fade und getragen, sie lächelt, sie lacht und flicht an bunten Sachen lehrreiche Beispiele ein. Die Weisheit ist immer und ewig amüsant, schlau, lustig und ein wenig mit der Bosheit der Güte befreundet - just so wie Karl May es gewesen ist.
Anne-Sophie Mutter, geb. 1963, Violinistin
"Karl May - das war einmal meine Lieblingslektüre: Ich habe alles von ihm gelesen", sagte die Musikerin in einem Interview mit dem Magazin "Cicero". Als Zehn- und Elfjährige sei sie von diesen Büchern "hingerissen" gewesen. In ihnen werde die "wunderbarste Welt" geschildert, so dass die Romane eine "schöne Flucht aus dem Alltag" seien.
Robert Neumann 1897 - 1975, Schriftsteller
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich Karl May verschlang. Ich muss damals zehn Jahre alt gewesen sein, als ich, Butterbrote essend, auf dem Teppich lag und einen Karl May nach dem anderen las. Dazwischen überlegte ich, welchen Lebensweg ich nun wählen sollte: Butterbrote essend diesen herrlichen Autor zu lesen - oder zu leben gleich Winnetou und Old Shatterhand?
Amand von Ozoróczy 1885 - 1977, Burgschauspieler
Wollte man seinen ganzen Sinn in zwei Worte einfangen, so wären es die, die Karl May in seinem Orient von allen zuerst und zuletzt gehört hat: Salem aaleikum - Friede sei mit dir!
Alfred Pfaffenholz, geb. 1937, Kulturredakteur beim Rundfunk
Denn die Lektüre von Karl May war für mich niemals - auch nicht als Zehnjähriger - nur Flucht aus dem Alltag und Sturm ins Abenteuer; nein, es war stets auch Beschäftigung mit sehr existentiellen Fragen, mit Leben und Tod, Arm und Reich, Gewalt und Opfer, Revolution und Unterdrückung, Mitleid und Nächstenliebe - mit Religion, Theologie, Kirche, Gott. Die Blochschen Fragen: "Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns?" haben mich früh schon umgetrieben; die ersten Antworten bekam ich im katholischen Religionsunterricht und - ich weiß, es klingt erstaunlich - von Karl May.
Erwin Pröll, geb. 1946, Landeshauptmann von Niederösterreich
Auch ich gehöre zu jenen, die in ihren Bubentagen mit glühenden Ohren die Bücher mit den Abenteuern Winnetous und Old Shatterhands verschlungen haben.
Freddy Quinn, geb. 1931, Sänger und Schauspieler
Ich verbinde mit Karl May viele Jugendträume. Die Abenteuer der Indianer und Cowboys haben jede Generation von Kindern und Jugendlichen, aber auch viele Erwachsene immer wieder in ihren Bann geschlagen. (...) Darüber hinaus hat mir in den Büchern Karl Mays gefallen, wie er für mehr Toleranz unter den Menschen wirbt. Sensationell sind seine guten und plastischen Beschreibungen der Schauplätze; ich bin oft in Amerika gewesen und habe das immer wieder bestätigt gefunden. Karl May war ein sehr sorgfältig recherchierender Schriftsteller.
Erwin Ringel 1921 - 1994, Psychiater
Karl May hat uns mit seiner Fantasie die Begegnung mit einer Welt beschert, die für uns wirklicher geworden ist, als jede Wirklichkeit. In diesem Sinn hat er uns für alle Zeit gelehrt, welche weltbewegende Kraft die Fantasie ist.
Roda Roda 1872-1945, Schriftsteller
Wenn ein Buch langweilig ist, und man darf gähnen, ist es dumm, ist ein Buch langweilig und man darf nicht gähnen, ist es literarisch. - Weit zahlreicher als die verkannten Genies sind die durchschauten Dummköpfe. Die undurchschauten Dummköpfe unserer Afterbranche müssen zu Karl May neidisch aufblicken, weil er Fantasie hat.
Peter Rosegger 1843-1918, österreichischer Schriftsteller
So verschieden unsere literarischen Formen sind, unsere Seelen haben viel Gemeinsames.
Harry Rowohlt, geb. 1945, Übersetzer
Ich hab geweint, als Winnetou starb!
Dr. Claus Roxin, geb. 1931, Professor für Strafrecht, langjähriger Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft
"Und doch sind die umfangreichen Romane seines letzten Lebensjahrzehnts (die Schlußbände des "Silbernen Löwen", "Ardistan und Dschinnistan", auch "Winnetou IV") nicht nur die überragenden Gipfelleistungen seiner quantitativ gewaltigen Produktion, die einzigen seiner Werke, die strengen literar-ästhetischen Maßstäben standhalten; der vielbödig-visionäre Symbolismus seines Alterswerks verdient auch in der deutschen Literatur dieses Jahrhunderts den Ehrenplatz, der den Arbeiten Mays trotz ihrer fortdauernden Lebenskraft bisher vorenthalten geblieben ist. Der Kunstwerkcharakter der Altersromane, der auch von der ersten Generation der nach dem Tode Mays einsetzenden "Forschung" durchaus verkannt worden ist, überhaupt erst einmal sichtbar zu machen und dem Verständnis dieser abseitigen, literarisch ohne Vorbild und Nachfolge dastehenden Meisterwerke vorzuarbeiten, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Karl-May-Gesellschaft gestellt hat."
"Der ästhetische Reiz der späten Romankonstruktionen Mays beruht vor allem auf ihrer literarischen Technik. (...) Durch die mit einigem artistischem Raffinement arrangierte Verschränkung und Übereinanderblendung der verschiedenen Handlungsebenen (entsteht) ein mehrschichtiges, in vielfältigen Bedeutungen schillerndes Beziehungsgeflecht von nicht geringer literarischer Kühnheit und Modernität."
Erol Sander, geb. 1968, Schauspieler und Winnetou-Darsteller
Als kleiner Junge habe ich alle Winnetou-Filme gesehen und diverse Karl-May-Bücher gelesen. Auf der Straße haben wir Old Shatterhand und Winnetou nachgespielt. Das sind Vorbilder für jede Generation von Kindern. Er (= Winnetou) kämpft dafür, dass alle Menschen in Frieden zusammenleben und zeigt dabei, wie wichtig Freundschaft im Leben ist. Vor allem aber steht Winnetou zu seinem Wort. Solche Grundprinzipien sind heute wichtiger denn je.
Rafik Schami, geb. 1946, deutsch schreibender syrischer Schriftsteller
Bei Allah, dieser Karl Ben May hat den Orient im Hirn und Herzen mehr verstanden als ein Heer heutiger Journalisten, Orientalisten und ähnlicher Idiotisten.
Wolfgang Schäuble, geb. 1942, Bundesinnenminister
Die einzigen Ausländer, die wir gekannt haben, waren die Indianer aus den Büchern von Karl May."
Arno Schmidt 1914 - 1979, Schriftsteller
"Mitten im Prosatext - zunächst liest man darüber hinweg - erscheinen Jamben; bilden Reihen; ganze Ketten von Blankversen fliegen auf; bis es am Ende Seiten fünffüßiger Jamben werden, sogar vermischt mit den schwierigen sechsfüßigen, oder päziser, Trimetern." "Im Reiche des Silbernen Löwen und Ardistan und Dschinnistan. Hier sieht man May als das, was er ist: der bisher letzte Großmystiker unserer Literatur!"
"...dies grandiose Durcheinanderklingen der 4 Lesemodelle ist es eben, wodurch diese Spätwerke einen so hohen Grad von Polyfonie gewinnen, wie er nicht allzu zahlreichen Großen Büchern der Weltliteratur sonst noch eignet." "Ganz anders steht es freilich, wenn ich die Reiseromane vom Standpunkt der Jugendliteratur aus ansehe; da haben sie volles Maß, geradezu klassisches."
Helmut Schmidt, geb. 1918, Bundeskanzler a. D.
Die meisten von uns haben wenigstens das eine oder andere Buch von Karl May gelesen. Als ich jung war, gabs kaum 'ne Familie, wo es nicht auch ein Karl-May-Buch gegeben hat. 73 Bücher hat der geschrieben, und insgesamt sind 50 Millionen Karl-May-Bände erschienen in 36 Sprachen der Welt. Karl May ist - das muß man auch mal hören - Karl May ist der meistgelesene deutsche Schriftsteller, nicht etwa Goethe oder Schiller.
Helge Schneider, geb. 1955, Komiker, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller
Ich hab' auch Karl May gelesen. (...) dadurch wendet man Praktiken, die man da gelernt hat, in unserer Neuzeit an. Wie zum Beispiel das ausdauernde Laufen, das nach Karl May vereinfacht wird, wenn man das Gewicht immer nur auf das linke Bein legt und dann, wenn es nicht mehr kann, auf das rechte. So wird immer ein Bein geschont. Ich hab' das dermaßen falsch verstanden, ich bin dann zur Schule gerannt, indem ich auf dem rechten Bein gehüpft bin und dann wieder auf dem linken Bein.
Wolfdietrich Schnurre 1920 - 1989, Schriftsteller
Ich glaube absolut nicht, daß Karl May die Jugend verdirbt. Im Gegenteil, ich meine, daß die Jugend getrost alle seine über 60 Bände lesen sollte, denn er schreibt spannend, sehr anschaulich, und nichts was er sich ausgedacht hat, ist aus der Luft gegriffen. Ich habe selber alle 61 Bände von ihm gelesen und fand sie zum großen Teil recht aufregend.
Peter Johannes Schratt, Burgschauspieler
Was Karl May konnte, und was er mit nur wenigen großen Künstlern gemeinsam hat, das ist, er konnte wirklich Figuren schaffen, zum Leben erwecken.
Dr. Irmgard Schwaetzer, geb. 1942, Ministerin a. D.
Ich glaube, daß Karl May einen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet hat. Dieses kommt besonders in seinen späteren Werken "Ardistan" und "Der Mir von Dschinnistan" zum Ausdruck.
Dr. Albert Schweitzer 1875 - 1965, Theologe, Arzt
... was mich am stärksten an seinem Schrifttum gefangennahm, war das herzhafte Bekenntnis zur Friedfertigkeit und gegenseitiger Verständigung, das fast alle seine Bücher belebt und uns wilde Rüpel nachdrücklicher als vieles Hochgeschraubtes belehrt hat, Großmut und Nachsicht zu üben, kurz gesagt: im Nebenmenschen, selbst wenn er auf Irrwegen geht, den Bruder in Christo zu sehen - und gerade das halte ich für das Unvergängliche an seinem Werk!
Dr. Horst Sendler 1925 - 2006, Bundesverwaltungsgerichtspräsident a. D.
Ein Genie - und Karl May war gewiß ein Genie - ist eben andersartig als "normale" Menschen...
Johannes Mario Simmel, geb. 1924, Schriftsteller
Ich bin ein begeisterter Anhänger Karl Mays.
Klaus Staeck, geb. 1938, Grafiker
Zu den guten Erinnerungen an meine Kindheit gehört Karl May. (...) "Der Schut" und "Durch das Land der Skipetaren" hatten es mir besonders angetan.
Dr. Heinz Stolte 1914 - 1992, Professor für Germanistik, Essayist
"Hakawati, - ein Märchenerzähler -, hat er sich selbst genannt ... Die Popularität des märchenhaft-phantastischen Schriftstellers Karl May ist eine unmittelbare Folge der Ernüchterung und Rationalisierung unserer Zivilisationswelt."
"Es gibt neben dem so sehr bekannten und volksläufig gewordenen Karl May einen anderen, unbekannten, kaum gelesenen. Sein Alterswerk, mit dem er seit der Jahrhundertwende aus der bunten Vordergrundwelt seiner Abenteuer in den magischen Raum einer sehr eigenwüchsigen Mythologie, eine hintergründige Welt symbolischer Bilder vorstieß. Das große Buch "Ardistan und Dschinnistan" zum Beispiel, dieses Alterswerk aus monumentaler Architektur, verfremdeter Seelenlandschaft, mystischer Metaphysik und pazifistischer Weltliebe, - es stand lange Jahrzehnte als ein völlig rätselhaftes Unikum im Raume, mit dem man wenig anzufangen wußte und dem der Leser nach Möglichkeit aus dem Wege ging. Erst die modernste Wendung unserer Literatur im Surrealismus unserer Tage, erst die Begegnung mit den Symbolformen der Kafka, Sartre, Kasack, Musil und Broch, hat auf die einsamen Spätwerke des Radebeuler Phantasten ein ganz neues Licht geworfen. Es mehren sich Stimmen, die darauf hinweisen, daß Karl Mays symbolische Reiseromane, diese grandiosen kosmogonischen Epen, vermutlich die ersten Vorläufer dieser Wendung zum Surrealismus und damit hochwichtige Werke der legitimen Literaturgeschichte gewesen sind."
Oliver Storz, geb. 1929, Schriftsteller, Fernsehspielautor
Daß es Heldentum gab, abseits vom Militarismus, von uniformierten Massen und Kadavergehorsam - diese Entdeckung verdankte der "Pimpf", der ich war, der ersten Lektüre von "Winnetou I".
Franz Josef Strauß 1915 - 1988, Ministerpräsident
Ich denke noch mit Vergnügen an die Lektüre der Märchen, nicht nur der Gebrüder Grimm, sondern auch Hauffs, Bechsteins, Andersens. Auch Karl May durfte nicht fehlen. Ich habe wohl alle Bände der gesammelten Ausgabe gelesen.
Dr. Dieter Sudhoff 1955 - 2007, Literaturwissenschaftler
Wo das Flugmotiv im Spätwerk Karl Mays zwischen Kafka und d'Annunzio, zwischen Warnung vor Entmenschlichung und Apotheose des Übermenschen einzuordnen ist, wird zu untersuchen sein. Feststeht, daß er einer der ersten deutschen Schriftsteller war, die überhaupt das Thema moderner Aviatik literarisch verarbeiteten, und auch er, wie Kafka und d'Annunzio, auf unmittelbares Erleben zurückgreifen konnte. (...)
"Winnetou IV" ist, wie betont, eine der frühesten literarischen Antworten auf die moderne Aviatik überhaupt. Kulturhistorisch ordnet der Roman sich damit bei allen Unterschieden in der Formgebung neben Franz Kafkas Bericht "Die Aeroplane in Brescia" (1909) und Gabriele d'Annunzios Roman "Vielleicht, vielleicht auch nicht" (1910) ein, wie auch neben die ersten futuristischen Manifeste Filippo Tommaso Marinettis (1909). (...)
In seinem Humanismus steht May ... Kafka weit näher als d'Annunzio und Marinetti.
Martin Suter, geb. 1948, Schriftsteller
Die wahren Leseerlebnisse, an die ich mich erinnere, haben mit Karl May zu tun. Ich las einen großen teil seines Gesamtwerks nämlich heimlich.
Berta von Suttner 1843 - 1914, österreichische Pazifistin, Schriftstellerin und Publizistin
"Ein Autor, der eine ganze Jugendgeneration durch seine spannenden, phantasiereichen Erzählungen zu fesseln verstand, nimmt jedenfalls einen achtungsgebietenden Rang ein."
"Wenn ich nur eines dieser Werke hätte gestalten können, dann hätte ich mehr erreicht."
Berthold Viertel 1885 - 1953, österreichischer Regisseur und Schriftsteller
Die Bücher Karl Mays (...) predigen Menschenfreundlichkeit, sie verkünden eine praktische Güte, die sich bei aller religiösen Schönrederei wirklich an die freundlichen Instinkte wendet. Und sie sind relativ ganz ausgezeichnet geschrieben. Wenn es May an erfinderischer Kraft, an Erzählertalent gefehlt hätte, seine Bücher würden nicht in Millionen Exemplaren verschlungen, gelesen und wieder gelesen werden. (...) Auf seine Leser wirkt May zweifellos als Dichter, der er irgendwie auch ist. Ein Nichtdichter konnte nie die Freundschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand schildern, nie die Person des Winnetou erfinden, nie das Vorwort zum Winnetou, dieses wirklich schöne Klagelied vom Untergang der indianischen Rasse schreiben.
Karl Heinrich Waggerl 1897 - 1973, Schriftsteller Für eine gewisse Lebens- und Altersstufe ist Karl May ungleich wichtiger als Goethe. Woraus soll die Jugend einen Begriff von Ehre gewinnen, wenn nicht aus Karl May? Die beste Charaktererziehung, die es überhaupt geben kann, ist Winnetou ...
Martin Walser, geb. 1927, Schriftsteller
"Goethe und Karl May ähneln einander in ihrem lebenslänglichen Bedürfnis mehr, als literaturkritische Einteilungen vermuten lassen. So wie in jedem "Iphigenie"-Vers und in jedem "Meister"-Satz das Optimum dirigiert und die schließliche Lösung schon durch alles Dazwischenkommende durchschimmert, so wissen wir, je furchtbarer Karl May seinen Stellvertreter beutelt, desto schöner und edler wird die Rettung sein ... Der späte Karl May geht so stofflich ins Religiöse über wie der Goethe der ‚Wanderjahre'." "... ich bin ein Karl-May-Bewunderer: immer schon gewesen und geblieben. Ich glaube, daß er für jedes Lebensalter geschrieben hat. Als ich ihn las, las ich das Abenteuerliche; heute glaube ich, es war das Tröstliche im Abenteuerlichen, das ihn so lesbar macht."
Franz Werfel 1890 - 1945, Schriftsteller
Die Lieblingsbücher meiner Knabenjahre, bis zum zwölften: Karl May, und zwar die arabischen und nicht die Indianerromane, Von letzteren nur "Der Schatz im Silbersee".
Urs Widmer, geb. 1938, schweizer Schriftsteller
Karl May ist noch heute ein Mythos für uns alle. (...) Old Shatterhand ist unsterblich: vermutlich meinen die Dichter, und nicht nur Karl May, die Metapher vom unsterblichen Autor sehr wörtlich: sie wollen nicht sterben. Sterben können allenfalls Indianer, Büffel, Grizzlybären, Freunde, nicht aber Karl May.
Dr. Hans Wollschläger 1935 - 2007, Schriftsteller
"Das Erstaunliche am "Phänomen" Karl May (bleibt) ja immer auch die Breite seiner Entwicklung, für die es in der ganzen Literaturgeschichte kein zweites Beispiel gibt...
Es gibt in der Literatur wenig Beispiele, in denen mit solcher Mächtigkeit Hoffnung "die Welt überwindet". Wir haben von der Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit gesprochen, in der uns das Spätwerk May dazustehen scheint." "Mays späte Texte sind nicht nur Beispiele elementarer Kreativität; sie vermitteln durch ihre Faktur Erkenntnis von deren Wahrheit selbst."
"Karl May ist 150 Jahre alt geworden und noch immer bei voller Frische: das kommt wahrhaftig selten zusammen vor, und auch in der Literaturgeschichte ist's eine Rarität. Es hat bei ihm immer alles viel Zeit gebraucht: sein atemloser Lebenslauf, ein ziemlich gnadenloses Hindernisrennen, wie sein gradus ad Parnassum der endlichen Anerkennung, bei dem es auch über Stock und Stein ging und durch viele Schluchten mit schlechter Aussicht ... Er hat gewaltiges Unglück gehabt in seinen hundertfünfzig Jahren Leben; er hat eine gewaltige Freude in die Welt gebracht ... Doch, er ist ein Großer Sohn der Deutschen, dieser Kara Ben Nemsi, diese wunderliche Erscheinung: ad multos annos; Ehre seinem Andenken."
Klaus Wowereit, geb 1953, Regierender Bürgermeister von Berlin
Ich selbst war nie ein großer Bücherwurm. Immerhin besuchte ich regelmäßig die kleine Leihbibliothek, wo ich mir dann und wann einen Krimi oder einen Karl-May-Band besorgte.
Dr. Michael Zaremba, geb. 1955, Schriftsteller
"Die Zuneigung des Lesers wird durch den Humor, von dem Mays Werk weitgehend durchtränkt ist, gewonnen. Dem reiferen Leser kann das humoristische Element sogar eine neue Lesequalität, einen neuen Zugang zu den Texten bescheren. Nachdem die Authentizität des Erzählten, an die man als Jugendlicher glaubte, geschwunden ist, gerät eine Sichtweise in den Vordergrund, die in Karl May einen der wenigen erfolgreichen Humoristen deutscher Sprache im 19. Jahrhundert erkennt."
"Zaremba widmet sich ... den Nebenfiguren der May-Romane und apostrophiert May als ‚einen der wenigen erfolgreichen Humoristen deutscher Sprache im 19. Jahrhundert'."
Carl Zuckmayer 1896 - 1977, Schriftsteller
"Dass er die abenteuerlichen Breiten und Gestalten so darstellen konnte, als habe er sie wirklich auf Schritt und Tritt gekannt, - er, der armselige Webersohn aus dem sächsischen Erzgebirge, der sich seine Kenntnisse in Gefängnisbibliotheken erwarb, das ist eine einzigartige Leistung, der ohne Zweifel ein geniehafter Zug anhaftet."
"Die Deutschen, die immer nur geniale Novellisten hatten wie Goethe, Büchner und Kleist, haben in Karl May den einzigen grandiosen Erzähler von Männerschicksalen ... und es fehlte nur wenig, so hätten sie in ihm den wirklichen großen Epiker gehabt ... von seinem Werk, das uns alle überleben und noch zu den Kindern unserer Kinder reden wird!"

Stand Mai 2008